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Donnerstag, 23. Nov. 2017, 10:13
 
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Die Rolle der Monarchie in der britischen Gesellschaft

Die Queen und ihre Stellung

Die Königin ist konstitutioneller Monarch. In anderen Worten sie ist an Recht und Gesetze gebunden und kann nicht nach Gutdünken regieren. Diese Entwicklung begann 1215 mit der Magna Carta. Die Monarchie, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert, als die Macht auf das Kabinett überging, das wiederum vom gewählten Parlament abhängig ist.

Heute steht die Königin über den Parteien. Die Gesetzgebung, Justiz, das Regieren und die Landesverteidigung wird von anderen in ihrem Namen ausgeübt. Die Queen hat das Recht, konsultiert zu werden, das Recht auf Dinge hinzuweisen oder davor zu warnen. Die Monarchie ist ein Symbol der  Kontinuität inmitten des politischen Tagesgeschehen und wechselnder Regierungen.

Die Queen und ihre Pflichten

Königin und Premierminister. Die Königin ernennt die Premierminister (normalerweise den Führer der stärksten Fraktion im Unterhaus), sie muss zustimmen, wenn das Parlament aufgelöst werden soll. Jede Woche hat der Premierminister eine Audienz bei der Queen. Was bei Audienzen, wie auch bei anderen Gelegenheiten besprochen wird, bleibt vertraulich.

Parlamentseröffnung. Die Queen hält vor beiden Häusern (Ober- und Unterhaus) eine Rede, die ihre Regierung entworfen hat, in der die Regierungspolitik für das kommende Jahr skizziert wird.

Privy Council (Staatsrat). Die älteste Form der Regierung. Seine Wurzeln gehen zurück bis in die Zeit der Normanen. Bis zum 17. Jahrhundert bildeten der König und sein Rat die Regierung; das Parlament entschied nur über Erhebung der Steuern. Heute besteht der Privy Council aus 400 Mitgliedern, darunter sämtliche Kabinettsminister, Mitglieder der Opposition und die  höchsten Richter. Der Privy Council erlässt untergeordnete Gesetze und hat auch eine gewisse Funktion im Bereich der Rechtsprechung.

Die Queen und die Justiz. Auch auf diesem Gebiet ist ihre Rolle rein symbolisch. Sie ernennt auf Vorschlag des Premierministers die höchsten Richter, ebenso spricht sie Begnadigungen auf Vorschlag ihrer Regierung aus.

Die Queen und das Commonwealth

Die Queen ist nicht nur Staatsoberhaupt von Großbritannien, sondern auch Oberhaupt des Commonwealth, ein freiwilliger Zusammenschluss von 53 selbstständige Staaten, die meisten von ihnen sind ehemalige britische Kolonien. Von einigen dieser unabhängigen Staaten ist die Königin Staatsoberhaupt, z.B. von Kanada und Australien. Für die Königin ist die Verbindung zum Commonwealth immer sehr wichtig gewesen, im Gegensatz zur Regierung, der häufig die anglo-amerikanischen Beziehungen ("special relationship") oder die zu den europäischen Partnern wichtiger waren. Die Königin besucht regelmäßig Staaten des Commonwealth.

Die Queen und die Kirche

"Defender of the Faith". Die Kirche von England (Church of England) und die Beziehung des Monarchen dazu gehen auf das Jahr 1530 und die Englische Reformation zurück. Heinrich VIII. brach mit der Katholischen Kirche und machte sich zum Oberhaupt der Church of England. Den vom Papst verliehenen Titel "Defender of the Faith" behielt er. In England und Schottland sind die Church of England bzw. die Church of Scottland Staatskirche (in Nordirland und Wales gibt es seit 1869 bzw. 1920 keine Staatskirche mehr). Natürlich sind Anhänger anderer Glaubensrichtungen oder Menschen ohne Bekenntnis inzwischen gleichberechtigt.

Die Queen ernennt die Erzbischöfe und die Bischöfe auf Vorschlag des Premierministers, der die in Frage kommenden Kandidaten mit einer Kommission der Kirche bespricht. Die Bischöfe leisten wie alle Geistliche der Königin einen Treueeid.

Die Queen und die Armee

Die Königin steht an der Spitze der Streitkräfte und nur der Monarch kann einen Krieg erklären, aber natürlich nur auf Veranlassung ihrer Regierung. Auch sind die Zeiten vorbei, als der König seine Armee in die Schlacht führte.

Die Soldaten müssen einen Eid auf die Queen schwören. Mitglieder der Royal Navy dagegen brauchen aus historischen Gründen keinen Eid abzuleisten. Die Königin und ihre Familie sind sehr an der Armee interessiert. Prince Philip (Royal Navy) sowie seine Söhne Prince Charles (Royal Navy und Royal Air Force) und Prince Andrew (Royal Navy) waren in der Armee. Die Queen und viele ihrer Familienangehörigen bekleiden Ehrenränge in der Armee und besuchen Soldaten und ihre Familien regelmäßig.

 

Stand: 31.12.2008

 
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