Agatha Christie - Icone des Feminismus?

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Christian
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Agatha Christie - Icone des Feminismus?

Beitrag von Christian » 18.06.2015, 16:39

In einem Interview mit demTelegraph stellt Dr. Anne Farthing, Direktorin des International Agatha Christie Festival, die gewagte These auf, Agatha Christie sei eine Ikone des Feminismen. "Because, when all’s said and done, Agatha Christie was, well, a bit of a goer. Hers is a life that will resonate with many women. She might have been born into middle-class comfort, but she became a working, single mother who faced sexual betrayal and so many of the heartbreaks and hardships familiar to us today."

Das Interview zeigt, wie wenig Ahnung Farthing von der Biographie der Queen of Crime hat. Bei aller Wertschätzung war Christie nie ein besonders mütterlicher Typ, das Verhältnis zu ihrer Tochter blieb zeitlebens angespannt. Sie war kein Musterbeispiel einer allein erziehenden Mutter.

In dem Artikel wird die Schuld an dem Scheitern von Christies erster Ehe einseitig Archie zugeschoben:
"After the war, she threw over a succession of 'suitable' young men, instead shacking up with Colonel Archie Christie, who according to Farthing was 'mad, bad and dangerous'. " Das ist schon sachlich falsch, denn die Christies haben bereits am Anfang des Ersten Weltkrieges geheiratet (und sind auch nicht so einfach zusammengezogen, was in der damaligen Gesellschaft schon gar nicht möglich gewesen wäre). Wie sie dazu kommt Colonel Christie als "verrückt, böse und gefährlich" zu bezeichnen, wird in dem Artikel nicht belegt.

Hier der Link zum Artikel:
http://www.telegraph.co.uk/women/womens ... other.html


Christian Kirsch (Administrator)

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